Das Projekt

Verlegung eines Stolpersteins

1992 entwickelte der Aktionskünstler Gunter Demnig die Idee der Stolpersteine. Dabei handelt es sich um Betonsteine mit einer Messingplatte, auf denen Namen und Daten von in der Zeit des Nationalsozialismus aus ihren Häusern und Wohnungen vertriebenen, geflüchteten wie ermordeten Menschen verzeichnet sind. Die Steine sollen die Erinnerung an den Ort ihres Verschwindens wach halten, die Lücke markieren, die hier gerissen wurde. Menschen, meint Demnig, sind erst vergessen, wenn ihre Namen vergessen sind. Es war die Deportation von Sinti und Roma aus Köln, die Demnig zuerst auf den Gedanken der Steine brachte, und in der Folge die Schicksale von unzähligen jüdischen Deutschen wie auch anderen Verfolgten.

Inzwischen ist die Arbeit an den Stolpersteinen zu Demnigs Lebensaufgabe geworden, nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. 50.000 Steine sind schon verlegt worden (Januar 2015). Natürlich gibt es Einwände. Wenn jüdische Menschen die Sorge bewegt, es könnte auf die Steine mit den Namen ihrer Angehörigen mit Füßen getreten werden, so ist das zu respektieren, obwohl ein Grund für die Sorge dann nicht besteht, wenn man beobachten kann, dass die Steine im Gegenteil zum Innehalten veranlassen. Noch weniger kann dem Künstler, der nach Aufgabe aller seiner sonstigen künstlerischen Arbeiten sich mit seiner ganzen Kraft und mit persönlicher Hingabe dieser ausschließlich aus privaten Spenden finanzierten Aufgabe widmet, Gewinnstreben unterstellt werden.

Es versteht sich, dass auch andere Möglichkeiten des Gedenkens bestehen. Aber dass Demnigs Idee bei unzähligen Bürgern dieses Landes die Pflicht wachgerufen hat und wachruft, nicht zu vergessen und Weisen aktiver öffentlicher Erinnerung zu pflegen, im Einklang mit den Nachkommen der Verfolgten und unter Beteiligung der nachwachsenden Generation, ermutigt auch weitere Anstrengungen in der Zukunft.

Steine vor der Verlegung Material für die Arbeit