Namen und Biografien

Sortiert nach Familiennamen
Lange Herzogstraße

Gertrud Meyerstein

Lange Herzogstraße 46

geb. 20. März 1900 in Bremke, deportiert 1942
Warschau, tot im Ghetto

 

Die große Familie der Meyersteins war mit der Familie Esberg vielfältig verbunden. Gertrud Meyerstein war im Alter von 17 Jahren nach Wolfenbüttel gekommen. In einer Vermögensaufstellung im Juni 1938 gab sie als Beruf „Stütze“ an, was soviel heißt wie Haushaltshilfe. Sie arbeitete seinerzeit bei Julius Pohly und verdiente 70 Reichsmark. Gemeinsam mit ihrer Tante Ida Meyerstein wurde sie am 15. Oktober 1941 im „Judenhaus“ Karrenführerstraße 5 einquartiert. Sie bewohnte dort ein Zimmer und kümmerte sich auch um Alfred Esberg, den behinderten Bruder von Ivan Esberg. Gertrud Meyerstein wurde ins Warschauer Ghetto deportiert. Sie kehrte nicht zurück.

 

Familie
Ida Meyerstein
Ivan Esberg →

Joachim Esberg →
Alfred Esberg →

Ida Meyerstein

Lange Herzogstraße 46

geb. 27. September 1869 in Bremke, deportiert 1943
Theresienstadt, gest. 1944

 

Ida Meyerstein war die Schwester von Juli Esberg, der 1937 gestorbenen Witwe des Gründers der Pferdehandlung Esberg, Abraham Esberg. Gemeinsam mit ihrer Nichte Gertrud Meyerstein und ihrem behinderten Neffen Alfred Esberg musste sie das mitten in der Stadt gelegene Wohn- und Geschäftshaus verlassen, bevor es der Unternehmer Curt Mast erwarb. Sie lebten fortan bis zur Deportation in dem „Judenhaus“ in der Karrenführerstraße 5. Im Alter von 74 Jahre wurde sie am 16. März 1943 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert - wo auch andere ältere Damen und Herren aus Wolfenbüttel bis zu ihrem Tod leben mussten. Die Gedenkstätte Theresienstadt konnte das Datum ihres Todestages nicht ermitteln, nur den Tag der Einäscherung: 25. April 1944.

 

Familie
Gertrud Meyerstein
Ivan Esberg →
Joachim Esberg →
Alfred Esberg →

Am alten Tore

Quelle: Devisenbewirtschaftung und Auswanderung, u.a. von jüdischen Bürgern.  Niedersächsisches Landesarchiv – Standort Wolfenbüttel, 34 N 4, Zg. 55/2004 Nr. 1

Berthold Moses

Neuer Weg (Adolf-Hitler-Straße) 93, Am Alten Tore 6

geb. 28. September 1895 in Frielendorf, Flucht 1938
USA, überlebt, gest. 2. Januar 1973 in Nashville

 

Berthold Moses übernahm in Wolfenbüttel nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg in der Langen Herzogstraße 46 um 1926 das Schuhgeschäft der nach Palästina ausgewanderten Familie Gradnauer. Einige Jahre später wechselte er in ein größeres Geschäft mit fünf Schaufenstern an der Ecke zum Alten Tore, in dem sich bis dato das Juweliergeschäft Rosenthal befunden hatte. Der erfolgreiche Kaufmann geriet schon früh ins Visier der Wolfenbütteler Nationalsozialisten, die ihn als „Schuhjuden“ verleumdeten und bekämpften.

 

Mit seiner Ehefrau hatte er zwei Töchter. Die immer schlimmer werdenden Verhältnisse in Wolfenbüttel bewogen ihn, in die Vereinigten Staaten zu flüchten mit der Hoffnung, dort einen beruflichen Neuanfang wagen zu können. Zur Vorbereitung ließ er sich in Berlin zu einem Schildermaler und Schaufensterdekorateur ausbilden. Seine Tochter Eva schrieb 2002: In Amerika würden wir kein Geld haben, die Sprache nicht sprechen können und uns an vollkommen neue Lebensweisen gewöhnen müssen.

 

Im August 1938 verließ die Familie Wolfenbüttel. Bei einer Firma für Schaufenstergestaltung fand er Arbeit und blieb dort bis zu seinem Ruhestand.

 

Familie
Klara Moses
Eva Bach, geb. Moses
Therese Lapidu
s, geb. Moses →

Quelle: Devisenbewirtschaftung und Auswanderung, u.a. von jüdischen Bürgern.  Niedersächsisches Landesarchiv – Standort Wolfenbüttel, 34 N 4, Zg. 55/2004 Nr. 1

Klara Moses
Geborene Katzenstein

Neuer Weg (Adolf-Hitler-Straße) 93, Am Alten Tore 6

geb. 1. Dezember 1897 in Frankenberg, Flucht 1938
USA, überlebt, gest. 16. März 1975 in Nashville

 

Klara Moses unterstützte ihren Mann Berthold in dem in Wolfenbüttel beliebten Schuhhaus Moses. Sie kümmerte sich um den Haushalt und vor allem um die beiden Töchter Eva und Therese. Schon bald nach ihrer Flucht in die Vereinigten Staaten 1938 fand Klara Moses in New York eine Anstellung als „Putzfrau“ in einem Privathaushalt. Das Ehepaar zog 1969 zu ihrer Tochter Therese nach Nashville in Tennessee. Dort starb sie 1975 zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes.

 

Familie
Berthold Moses
Eva Bach, geb. Moses
Therese Lapidu
s, geb. Moses →